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Molekulare
Zytogenetik
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Die Technik der
"Fluoreszenz
in situ Hybridisierung" (FISH) ermöglicht es, die Anzahl
bestimmter DNA-Abschnitte in einzelnen Zellen und deren Position innerhalb
der Chromosomen sichtbar zu machen. Damit lassen sich numerische und
strukturelle Chromosomenaberrationen näher definieren.
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FISH bei numerischen
Chromosomenaberrationen
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Pränataler FISH-Schnelltest bei Amniozentese
Hierbei
werden einzelne Chromosomen in unkultivierten Interphasezellkernen in ihrer
Anzahl bestimmt. Für Details zur Methode siehe Amniozentese.
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Diagnostik an Mundschleimhautzellen Anhand
dieser Methode ist die Untersuchung eines neben Blutlymphozyten einfach
zu gewinnenden zweiten Zelltyps möglich. Dies dient hauptsächlich zur
Abklärung von Mosaikbefunden.
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FISH
bei strukturellen Chromosomenaberrationen
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Mikrodeletion (submikroskopische Deletionen) Hierbei
gelingt der Nachweis kleinster chromosomaler Deletionen (Stückverluste)
bei definierten Syndromen (übergeordneten Krankheitsbildern), die auf
konventionelle zytogenetische Weise nicht erkennbar sind.
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22q11.2-Deletions
Syndrom
Bei
der Verdachtsdiagnose eines 22q11.2-Deletions Syndroms (CATCH22-Syndrom,
Velo-Cardio-Faciales Syndrom, Di- George Syndrom) kann eine
Mikrodeletion innerhalb der für dieses Syndrom kritischen
Chromosomenregion (22q11.2) mit Hilfe einer spezifischen DNA-Sonde (TUPLE
1) nachgewiesen werden. Es handelt sich um eine Mikrodeletion, die
unterschiedliche Genabschnitte umfasst. Daher ist die klinische
Symptomatik sehr variabel. Symptome des 22q11.2-Deletions- Syndroms
können unter anderem eine Sprachentwicklungsverzögerung,
charakteristische Gesichtszüge, angeborene Herzfehler (Ventrikel- Septum Defekt, Fallot‘sche Tetralogie u.a.), ein hoher Gaumen,
Lippen- Kiefer- Gaumenspalte, eine mehr oder weniger stark ausgeprägte mentale Retardierung,
eine Immunschwäche unter Umständen aufgrund einer
Thymus-Aplasie sein. Da
das Krankheitsbild auch innerhalb einer Familie sehr variabel sein kann, wird
zum Beispiel bei familiär
vorliegenden Herzfehlern die Ausschlussdiagnose eines 22q11.2-Deletions- Syndroms
empfohlen.
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Williams Beuren
Syndrom
Beim
Williams-Beuren-Syndrom handelt es sich um ein „Contiguous gene“-
Syndrom, bei dem unterschiedliche, dem Elastin-Gen benachbarte Gene, in
die Mikrodeletion 7q11.23 einbezogen sind. Neben dem häufig zu
findenden Herzfehler (typisch Aortenstenose) findet sich ein
Minderwuchs, eine Muskelhypotonie, sowie eine typische
Gesichtsdysmorphie. Mit einer Einschränkung der geistigen Entwicklung
muss in der Regel gerechnet werden. Die Sprachentwicklung ist
verzögert, die Betroffenen sind jedoch verbal sehr gewandt und
kontaktfreudig. Es besteht eine Empfindlichkeit gegenüber lauten
Geräuschen, wobei die Betroffenen sehr musikliebend sind.
Die
Inzidenz des Williams-Beuren-Syndroms wird auf 1:30.000 geschätzt.
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Die
Abklärung weiterer Mikrodeletionssyndrome kann individuell nach
telefonischer Rücksprache erfolgen.
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Subtelomer-Diagnostik
Die
Subtelomerregionen an den Enden aller Chromosomen sind
Chromosomenbereiche mit einer hohen Gendichte. Mikrodeletionen oder auch
kleinste Duplikationen im Subtelomerbereich, die mit einer
konventionellen Chromosomenanalyse nicht erkennbar sind, werden durch
Fluoreszenz in situ Hybridisierung mit einer Häufigkeit von 8-10% bei
Patienten mit unklarer mentaler Retardierung und zum Teil zusätzlichen
phänotypischen Auffälligkeiten nachgewiesen. Indikationen
zu dieser Untersuchung sind unter anderem geistige Behinderung,
Kleinwuchs und Mikrocephalie. Inzwischen sind in der Literatur
subtelomere Veränderungen auf nahezu allen Chromosomen beschrieben
worden. Da derzeit keine klare Korrelation von bestimmten Syndromen und
einer definierten Subtelomerveränderung besteht, ist in der Regel die
Untersuchung der Subtelomerregionen aller Chromosomen notwendig. Mit
entsprechenden subtelomerspezifischen DNA-Sonden für alle Chromosomen
lassen sich Veränderungen dieser Regionen nachweisen.
Bei
Indikation sollte die Subtelomerdiagnostik nach einer konventionellen
zytogenetischen Diagnostik durchgeführt werden.
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Translokationen Zur
Abklärung einer Translokation (Stückaustausch zweier Chromosomen)
können spezielle fluoreszenz-markierte Sonden zytogenetisch eingesetzt
werden.
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Derivative
Chromosomen
Wird bei der Chromosomenanalyse ein auffälliges Chromosom gefunden,
dessen Herkunft mit konventionellen zytogenetischen Methoden nicht
eindeutig geklärt werden kann, dann stehen in unserem Labor sogenannte
"whole chromosome painting" Sonden für alle Chromosomen zur
Verfügung, mit Hilfe derer auch kleinere Translokationen nachgewiesen
und identifiziert werden können.
Balanzierte
reziproke Translokationen
Bei Vorliegen
einer augenscheinscheinlich balanzierten Translokation wird zum
Ausschluss eines komplexeren chromosomalen Umbaus ein
"painting" der an der Translokation beteiligten Chromosomen
durchgeführt.
Leukämiediagnostik
Für
die Leukämiediagnostik sind in unserem Labor zwei DNA-Sonden (bcr und
abl) zur Diagnose einer chronischen myeloischen Leukämie (CML)
vorhanden, die den Nachweis einer spezifischen Translokation der
Chromosomen 9 und 22 und damit das Vorliegen eines
Philadelphia-Chromosoms erlauben.
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