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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.Labor-Staber.de
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Molekulare
Zytogenetik
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Die Technik der
"Fluoreszenz
in situ Hybridisierung" (FISH) ermöglicht es, die Anzahl
bestimmter DNA-Abschnitte in einzelnen Zellen und deren Position innerhalb
der Chromosomen sichtbar zu machen. Damit lassen sich numerische und
strukturelle Chromosomenaberrationen näher definieren.
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FISH bei numerischen
Chromosomenaberrationen
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Pränataler FISH-Schnelltest bei Amniozentese
Hierbei
werden einzelne Chromosomen in unkultivierten Interphasezellkernen in ihrer
Anzahl bestimmt. Für Details zur Methode siehe Amniozentese.
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Diagnostik an Mundschleimhautzellen Mit der Fluoreszenz in situ Hybridisierung an Zellkernen aus
Mundschleimhautzellen ist die Untersuchung eines, neben Blutlymphozyten einfach zu
gewinnenden, zweiten Zelltyps möglich. Dies dient hauptsächlich zur Abklärung von
numerischen Aberrationen der Geschlechtschromosomen bei Verdacht auf ein
Zellmosaik.
Für die Entnahme fordern Sie bitte vorgefertigte Versandröhrchen im Labor an.
Der Versand ins Labor sollte möglichst rasch erfolgen (bitte nicht vor
Wochenenden oder Feiertagen verschicken und vor Wärme schützen).
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FISH an Urothelzellen zur Diagnostik des Harnblasenkarzinoms
(UroVysion™-Test) Der Verlust oder Zugewinn ganzer Chromosomen und auch die Deletion oder
Duplikation bestimmter Gene ist ein charakteristisches Merkmal von
Tumorzellen. In frühen Stadien des Harnblasenkarzinoms lassen sich gehäuft Deletionen in
der Chromosomenregion 9p21 nachweisen. Hierbei kommt es zu einem Verlust
zweier Tumorsuppressor-Gene p16/INK4a und ARF, die eine wichtige Rolle bei
der Regulation des Zellzyklus spielen. Besonders häufig findet man bei
Harnblasenkarzinomen auch zusätzliche Chromosomen 3, 7 und 17.
Der UroVysion™ FISH-Test (Abbott) enthält DNA-Sonden, die Aneuploidien der Chromosomen 3,
7 und 17 und den Verlust des 9p21-Locus auf einfache Weise an unkultivierten
Urothelzellen aus dem Urin der Patienten erkennen lassen.
Indikationen sind: >
weitere Abklärung auffälliger zytologischer Befunde mit Verdacht auf ein
Harnblasenkarzinom und
> Überwachung von Patienten mit Blasenkarzinom zur frühzeitigen Diagnose
von Rezidiven.
Material: 50 ml Urin (keinen Morgenurin) in Spezialbehälter mit
Konservierungsflüssigkeit (bitte im Labor anfordern).
Zur Erhöhung der Zellzahl im Urin empfiehlt sich körperliche Bewegung vor
Entleeren der Blase. Ein möglichst rascher Versand ins Labor sollte gewährleistet sein
(bitte nicht vor Wochenenden oder Feiertagen verschicken und vor Wärme schützen).
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FISH
bei strukturellen Chromosomenaberrationen
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Mikrodeletion (submikroskopische Deletionen) Hierbei gelingt der Nachweis kleinster chromosomaler Deletionen (Stückverluste)
bei definierten Syndromen (übergeordneten Krankheitsbildern), die auf
konventionelle zytogenetische Weise nicht erkennbar sind.
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1p36 Deletions-Syndrom (Mikrodeletion 1p36; OMIM #607872)
Die Mikrodeletion 1p36 ist gekennzeichnet durch eine mehr oder weniger stark
ausgeprägte Entwicklungsverzögerung. Die motorische Entwicklung ist dabei häufig weniger beeinträchtigt als die Sprachentwicklung. Darüber hinaus haben
viele Patienten u. a. eine Mikrozephalie und Brachyzephalie, faziale Auffälligkeiten
(Ohrmuscheldysplasien, tief angesetzte Ohren, tief liegende Augen,
Lippen- Kiefer- Gaumenspalten, spitzes Kinn, breite und flache Nasenwurzel), Minderwuchs,
Herzfehler, Nierenfehlbildungen, Genitalfehlbildungen sowie Seh- und Hörstörungen.
Bisher konnte keine eindeutige Korrelation zwischen dem Ausmaß der jeweiligen
Deletion und dem Auftreten einzelner Symptome gefunden werden, so dass eine
Prognose für die Entwicklung eines Patienten nur eingeschränkt möglich ist.
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Williams-Beuren-Syndrom
(Mikrodeletion 7q11.23; OMIM #194050)
Bei dem Williams-Beuren-Syndrom handelt es sich um ein
„Contiguous gene“- Syndrom, bei dem unterschiedliche, dem Elastin-Gen benachbarte Gene, in die
Mikrodeletion 7q11.23 einbezogen sind. Neben dem häufig zu findenden
Herzfehler (typisch Aortenstenose) finden sich ein Minderwuchs, eine
Muskelhypoto-
nie, sowie eine typische Gesichtsdysmorphie. Mit einer Einschränkung der
geistigen Entwicklung muss in der Regel gerechnet werden. Die Sprachentwicklung ist
verzögert, die Betroffenen sind jedoch verbal sehr gewandt und kontaktfreudig.
Es besteht eine Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen, wobei die
Betroffenen häufig sehr musikliebend sind.
Die Inzidenz des Williams-Beuren-Syndroms wird auf 1:30.000 geschätzt.
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Smith-Magenis-Syndrom (Mikrodeletion 17p11.2; OMIM #182290)
Zu den klinischen Merkmalen des Smith-Magenis-Syndroms (SMS) gehören
Brachyzephalie, Mittelgesichtshypoplasie, Prognathie, eine rauhe Stimme, mentale
Retardierung, eine Sprachentwicklungsverzögerung mit oder ohne Hörstörungen, Hyperaktivität und ein stereotypes autoaggressives Verhalten. Bei einem Teil
der Patienten werden Zeichen einer peripheren Neuropathie sowie signifikante
Schlafstörungen beobachtet. Das Smith-Magenis-Syndrom wird durch eine
Deletion von 2 bis 9 Megabasen in 17p11.2 verursacht. Das RAI1-Gen innerhalb
der kritischen Region scheint dabei für einen Hauptteil der Symptomatik
verantwortlich zu sei, da Punktmutationen innerhalb von RAI1 zu einem Smith-Magenis
ähnlichen Phänotyp führen können.
Die Inzidenz für SMS liegt bei ca. 1:25 000 Geburten.
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Miller-Dieker-Syndrom (Mikrodeletion 17p13.3; OMIM #247200)
Infolge einer Entwicklungsstörung der Großhirnrinde findet man bei allen Patienten
mit einem Miller- Dieker- Syndrom eine Lissenzephalie (fehlende oder zumindest
unvollständig ausgebildete Hirnwindungen) in Kombination mit typischen fazialen
Anomalien (hohe Stirn, bitemporale Eindellungen, prominente Oberlippe). Die
Patienten haben eine schwerwiegende mentale Retardierung und leiden häufig an
epileptischen Anfällen. Zusätzlich können auch Fehlbildungen des Herzens, der
Nieren und des Gastrointestinaltraktes voliegen. Das Miller-Dieker-Syndrom wird
durch eine Mikrodeletion in 17p13.3 verursacht. In mehr als 90% der Fälle ist
ein Verlust des LIS1-Gens (PAFAH1B1= Platelet-activating factor acetylhydrolase,
isoform 1B, alpha subunit 1 nachweisbar.
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22q11.2-Deletions-Syndrom (Mikrodeletion 22q11.2; OMIM #188400,
#192430)
Bei der Verdachtsdiagnose eines 22q11.2-Deletions Syndroms
(CATCH22-Syndrom, Velo-Cardio-Faciales Syndrom, Di-George Syndrom) kann eine
Mikrodeletion innerhalb der für dieses Syndrom kritischen Chromosomenregion (22q11.2)
mit Hilfe einer spezifischen DNA-Sonde (TUPLE
1) nachgewiesen werden. Es handelt sich um eine Mikrodeletion, die unterschiedliche Genabschnitte umfasst.
Daher ist die klinische Symptomatik sehr variabel. Symptome des
22q11.2-Deletions-Syndroms können unter anderem eine Sprachentwicklungsverzögerung,
charakteristische Gesichtszüge, angeborene Herzfehler (Ventrikel- Septum Defekt,
Fallot‘sche Tetralogie u. a.), ein hoher Gaumen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, eine
mehr oder weniger stark ausgeprägte mentale Retardierung, eine Immunschwäche unter Umständen aufgrund einer Thymusaplasie sein. Da das Krankheitsbild
auch innerhalb einer Familie sehr variabel sein kann, wird zum Beispiel bei
familiär vorliegenden Herzfehlern die Ausschlussdiagnose eines
22q11.2-Deletions-Syndroms empfohlen.
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Die
Abklärung weiterer Mikrodeletionssyndrome kann individuell nach
telefonischer Rücksprache erfolgen.
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Translokationen Zur
Abklärung einer Translokation (Stückaustausch zweier Chromosomen)
können spezielle fluoreszenz-markierte Sonden zytogenetisch eingesetzt
werden.
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Derivative
Chromosomen
Wird bei der Chromosomenanalyse ein auffälliges Chromosom gefunden,
dessen Herkunft mit konventionellen zytogenetischen Methoden nicht
eindeutig geklärt werden kann, dann stehen in unserem Labor sogenannte
"whole chromosome painting" (wcp) Sonden für alle Chromosomen zur
Verfügung, mit Hilfe derer auch kleinere Translokationen nachgewiesen
und identifiziert werden können. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten
ergeben sich mit spezifischen DNA-Sonden für die Subtelomerregionen der
Chromosomen. Mit
diesen Subtelomer-Sonden lassen sich Veränderungen an den
Chromosomenenden nachweisen.
Balanzierte
reziproke Translokationen
Bei Vorliegen
einer augenscheinscheinlich balanzierten Translokation wird zum
Ausschluss eines komplexeren chromosomalen Umbaus ein
"painting" der an der Translokation beteiligten Chromosomen
durchgeführt.
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Eine
weitere Form der molekularen Karyotypisierung stellt die Array-CGH
(Comparative Genomic Hybridisation) dar, die bei
Verdacht auf eine unbalanzierte Chromosomenaberration mit hoher Auflösung
den Nachweis kleinster Deletionen oder Duplikationen ermöglicht.
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