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Die hereditäre Hämochromatose ist eine angeborene Eisenspeicherkrankheit mit autosomal
rezessivem Erbgang. Eine frühzeitige Diagnosestellung und entsprechende
Therapie kann die schweren Organschäden (Leberzirrhose, hepatozelluläres
Karzinom, u.a.) verhindern, die als Folge der unbehandelten Erkrankung
auftreten können. In der kaukasischen Bevölkerung beträgt die
Heterozygotenfrequenz ca. 1:10 und die Homozygotenfrequenz 1:200 bis 1:400.
Bei ca. 64-92% der
Hämochromatose Patienten findet man im sog. HFE-Gen eine homozygote
Punktmutation, die im entsprechenden Protein zu einem Aminosäureaustausch
von Cystein nach Tyrosin an Position 282 (C282Y) führt. Hier konnte man
ein deutliches Nord-Süd-Gefälle der Mutationsfrequenz (64% in Italien,
92% in Schweden) beobachten.
Außerdem findet man bei
weiteren 4-5% der Patienten die C282Y-Mutation nur auf einem Allel und
eine zweite Punktmutation, die zu einer Substitution des Histidins an
Position 63 zu Asparaginsäure (H63D) führt, auf dem anderen Allel. Diese
kombinierte Heterozygotie C282Y/H63D führt zu einem erhöhten Risiko,
eine hereditäre Hämochromatose zu entwickeln, jedoch mit einer geringen
Penetranz von 0,5-1%. Selten entwickeln H63D Homozygote eine signifikante
Eisenüberladung.
Eine
dritte Mutation, die an Position 65 zu einem Austausch von Serin durch
Cystein führt (S65C) kann ebenfalls in seltenen Fällen zu einer Hämochromatose
führen. Vergleichbar mit H63D ist auch die S65C- Mutation in Kombination
mit einer heterozygot vorliegenden C282Y-Mutation mit einer milden Form
der Hämochromatose assoziiert. |