Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

Hereditäre Hämochromatose

Die hereditäre Hämochromatose ist eine angeborene Eisenspeicherkrankheit mit autosomal rezessivem Erbgang. Eine frühzeitige Diagnosestellung und entsprechende Therapie kann die schweren Organschäden (Leberzirrhose, hepatozelluläres Karzinom, u.a.) verhindern, die als Folge der unbehandelten Erkrankung auftreten können. In der kaukasischen Bevölkerung beträgt die Heterozygotenfrequenz ca. 1:10 und die Homozygotenfrequenz 1:200 bis 1:400.

Bei ca. 64-92% der Hämochromatose Patienten findet man im sog. HFE-Gen eine homozygote Punktmutation, die im entsprechenden Protein zu einem Aminosäureaustausch von Cystein nach Tyrosin an Position 282 (C282Y) führt. Hier konnte man ein deutliches Nord-Süd-Gefälle der Mutationsfrequenz (64% in Italien, 92% in Schweden) beobachten.

Außerdem findet man bei weiteren 4-5% der Patienten die C282Y-Mutation nur auf einem Allel und eine zweite Punktmutation, die zu einer Substitution des Histidins an Position 63 zu Asparaginsäure (H63D) führt, auf dem anderen Allel. Diese kombinierte Heterozygotie C282Y/H63D führt zu einem erhöhten Risiko, eine hereditäre Hämochromatose zu entwickeln, jedoch mit einer geringen Penetranz von 0,5-1%. Selten entwickeln H63D Homozygote eine signifikante Eisenüberladung. 

Eine dritte Mutation, die an Position 65 zu einem Austausch von Serin durch Cystein führt (S65C) kann ebenfalls in seltenen Fällen zu einer Hämochromatose führen. Vergleichbar mit H63D ist auch die S65C- Mutation in Kombination mit einer heterozygot vorliegenden C282Y-Mutation mit einer milden Form der Hämochromatose assoziiert.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) werden die Abschnitte des HFE- Gens, in denen die drei Mutationsstellen enthalten sind, amplifiziert. Das Vorhandensein der Mutationen wird jeweils durch einen Restriktionsendonukleaseverdau nachgewiesen.

Untersuchungsdauer:

ca. 1-2 Wochen