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Hereditäre Thrombose-Risiken |
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Die
Ursachen für eine erhöhte Thromboseneigung können genetisch bedingt
(hereditär) oder erworben sein.
Erworbene
Risikofaktoren, die eine Thromboseneigung verstärken, sind: |
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erhöhtes Alter |
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erhöhte Gerinnungsaktivität
bei einer Einnahme oraler östrogenhaltiger Kontrazeptiva |
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Immobilisation bei Krankheit oder nach
operativen Eingriffen |
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Rauchen |
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Adipositas |
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Gravidität |
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Tumorerkrankungen |
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Varizen |
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Infektionen |
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vorangegangenen Thrombembolie |
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Zu den wichtigsten und
häufigsten genetischen Risikofaktoren für Venenthrombosen
zählen die Faktor V-Leiden
Mutation und die Prothrombin
Mutation G20210A. Wesentlich seltener (bei weniger als 10% der
Patienten mit Thrombosen) findet man Defekte wie Protein C-, Protein S- sowie AT III-Defizienz.
Die Beteiligung der C677T- und A1298C-Mutationen in dem MTHFR
(Methylentetrahydrofolat - Reduktase)- Gen an der Neigung zu
Venenthrombosen und arteriellen Thrombosen wurde in wissenschaftlichen Studien bisher kontrovers
diskutiert.
Indikationen
für die Abklärung eines genetischen Risikos sind:
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das Auftreten von Thrombosen bereits im
jüngeren Alter (<45 Jahre) |
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familiäre Thromboseneigung |
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Thrombosen im Zusammenhang mit einer
Schwangerschaft |
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Thrombosen im Zusammenhang mit der
Einnahme oraler Kontrazeptiva |
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mehrere
vorangegangene Fehlgeburten |
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Faktor
V-Leiden Mutation (APC-Resistenz) |
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Der bislang am häufigsten beschriebene genetisch bedingte Risikofaktor
für Thrombose ist die Resistenz gegen aktiviertes Protein C (APC). Bei
der zugrundeliegenden Mutation (die sog. Faktor V-Leiden Mutation)
handelt es sich um einen Basenaustausch (G->A) an Position 1691 im
Faktor V- Gen. Dieser führt zu einem Aminosäurenaustausch von Arginin
an Position 506 zu Glutamin im Faktor V- Protein, wodurch die
Inaktivierung von Faktor V durch APC vermindert ist.
Die
hohe Prävalenz dieser Mutation in der kaukasischen Bevölkerung führt
dazu, dass etwa jeder Zwanzigste heterozygoter Mutationsträger ist und
nach bisherigen Berechnungen ein ca. 5-10fach erhöhtes Thromboserisiko
hat. Ca. 60% der Patienten mit einer familiär gehäuften Neigung zu
Venenthrombosen zeigen diesen Defekt in heterozygoter Form. Sehr selten
findet sich eine Homozygotie, die das Thromboserisiko um bis zu 80 fach
erhöht. |
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Untersuchungsmethode: |
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Aus einer
Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Ein
den Mutationsort beinhaltender Abschnitt des Faktor V- Gens wird mit
Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert. Das Vorhandensein
der Mutation wird durch einen Restriktionsendonukleaseverdau
nachgewiesen. |
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Untersuchungsdauer: |
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ca. 1-2 Wochen
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Prothrombin
(Gerinnungsfaktor II) Dimorphismus) |
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Der Blutgerinnungsfaktor II (Prothrombin) ist eine inaktive Vorstufe des
Thrombins. Prothrombin wird gespalten und damit in die aktive Form
Thrombin überführt, welche Fibrinogen in Fibrin umwandelt. Dies ist
der letzte Schritt der Gerinnungskaskade.
Ein G->A Basenaustausch
an Position 20210 in der 3'-nichttranslatierten Sequenz des Prothrombin-Gens führt zu einem erhöhten Prothrombin-Spiegel mit einer
vermehrten Prothrombin-Aktivität, welche mit einem moderat erhöhten
Risiko für venösen Thrombosen assoziiert ist.
Im
Vergleich zur Normalbevölkerung haben heterozygote Träger dieser
Mutation (etwa 2% der Gesamtbevölkerung in Deutschland) ein 3 bis 4-fach erhöhtes Thromboserisiko. Bei einem
Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren (z. B. Rauchen oder Einnahme
oraler Kontrazeptiva) bzw. einer Kombination dieser o.g. Mutation mit
der Faktor V-Leiden Mutation in heterozygoter oder homozygoter Form
erhöht sich das Risiko für Venenthrombosen um ein Vielfaches. |
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Untersuchungsmethode: |
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Aus einer
Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Ein
Abschnitt des Prothrombin Gens, der den Mutationsort beinhaltet wird mit
Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert. Das Vorhandensein
der Mutation wird durch einen Restriktionsendonukleaseverdau
nachgewiesen. |
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Untersuchungsdauer: |
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ca. 1-2 Wochen
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Hyperhomocysteinämie
(MTHFR C677T und A1298C Mutationen) |
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Das Enzym 5,10-Methylentetrahydrofolat-Reduktase wird durch eine
C->T Punktmutation an Position 677 des entsprechenden Gens und dem
daraus resultierenden Aminosäureaustausch von Alanin an Position 223
durch Valin zu einer thermolabilen Variante mit 50% erniedrigter
Aktivität. Eine zweite Punktmutation A->C an Position 1298
führt ebenfalls zu einer signifikanten Aktivitätsverminderung des
Enzyms.
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Einige epidemiologische
Studien konnten zeigen, dass homozygote Träger der MTHFR (C677T)- oder
der MTHFR (A1298C)- Mutation oder kombiniert heterozygote Träger beider
MTHFR-Mutationen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von
Venenthrombosen und arteriosklerotischen Gefäßveränderungen tragen können. Dies betrifft jedoch nur Patienten,
die infolge dieser Mutationen durch eine beeinträchtigte
Regeneration von Methionin aus Homocystein eine Hyperhomocysteinämie
aufweisen. Bei
Frauen mit einer homozygoten A1298C- oder C677T- Mutation oder
mit beiden Mutationen konnte zusätzlich eine Risikoerhöhung für
wiederholte Aborte und Nachkommen mit Neuralrohrdefekten assoziiert
werden. Diese Studienergebnisse werden jedoch in der Literatur kontrovers
diskutiert. |
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Untersuchungsmethode: |
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Aus einer
Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Zwei Abschnitte des
MTHFR Gens, die beide
Mutationsstellen umfassen, werden mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion
(PCR) amplifiziert. Das Vorhandensein der Mutationen wird jeweils durch
einen Restriktionsendonukleaseverdau nachgewiesen. |
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Untersuchungsdauer: |
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ca. 1-2 Wochen
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