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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Fragiles-X Syndrom (Martin-Bell Syndrom,
FRAXA) |
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FMR1-Gen (Fragile X Mental Retardation-1;
Genort: Xq27.3; OMIM +309550, #300624)
Erbgang: X-chromosomal semi-dominant |
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Das Fragile-X Syndrom ist eine der häufigsten genetisch bedingten
Ursachen für geistige Behinderung mit einer geschätzten Häufigkeit von etwa
1:4000 bis 1:6000. Ursache der Erkrankung ist fast immer die Verlängerung
einer Trinukleotidsequenz (CGG-Repeat) im 5’-untranslatierten Bereich des FMR1-Gens, das
auf dem X-Chromosom lokalisiert ist (FRAXA-Locus).
Normalpersonen haben 5 bis 49 CGG-Kopien. Allele mit 50 bis 54 CGG-Repeats bezeichnet man als
Grauzonenallele, bei denen eine Expansion zur Vollmutation in der Folgegeneration bisher nicht beobachtet wurde.
Eine Verlängerung auf 55 bis 200 CGG-Tripletts wird als Prämutation
bezeichnet, die keine Auswirkung auf die neuronale Entwicklung hat. Jedoch
können infolge von Überexpression prämutierter FMR1-Allele neurodege- nerative Veränderungen hervorrufen werden und zum
Fragilen-X-assoziierten Tremor/Ataxie-Syndrom (FXTAS) führen.
Beim Vorliegen einer Prämutation tritt bei Frauen häufiger eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz (Fragile-X associated Primary Ovarian Insufficiency,
FXPOI) auf, wobei für längere Allele ein niedrigeres Risiko beschrieben wurde. Die Vererbung eines prämutierten FMR1-Allels über die Mutter
führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Expansion der CGG-Repeats auf
200 und mehr Tripletts (Vollmutation) und zur Symptomatik des
Fragilen-X-Syndroms.
Während Frauen mit einer Vollmutation auch asymptomatisch sein können, weisen Männer mit einer Vollmutation immer eine mehr oder weniger
stark ausgeprägte Symptomatik des Fragilen-X Syndroms auf. Im Gegensatz zu FXTAS und FXPOI, die assoziiert sind mit einer Erhöhung der m-RNA für
FMR1 bei vorliegender Prämutation, wird bei einer Vollmutation der Promotorbereich des FMR1-Gens meist methyliert und damit die Translation
des FMR1-Proteins (FMRP) blockiert. In seltenen Fällen sind Deletionen oder Punktmutationen für den Verlust des funktionellen
FMR1-Genproduktes beim Fragilen-X-Syndrom verantwortlich. |
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Untersuchungsmethode: |
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Aus einer Blutprobe
(für die Untersuchung sind 5-10 ml EDTA-Blut notwendig) wird die genomische DNA isoliert.
Stufe 1: Die Anzahl der CGG-Repeats wird zunächst mittels PCR und
anschließender Kapillarelektrophorese bestimmt.
Stufe 2: Falls bei weiblichen Patienten nur eine Allelgröße oder bei männlichen Patienten kein PCR-Produkt nachweisbar ist, wird die DNA zusätzlich
mittels Southern-Blot-Hybridisierung auf verlängerte CGG-Repeats untersucht.
Eine pränatale Untersuchung ist bei einer bekannten maternalen CGG-Repeatexpansion etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche an Chorionzotten
möglich. Zum Ausschluss einer mütterlichen Kontamination ist gleichzeitig
eine Untersuchung von mütterlichem Blut erforderlich.
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Untersuchungsdauer: |
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Stufe
1 ca. 1-2 Wochen Stufe
2 ca. 2-4 Wochen |
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Literaturhinweise |
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Steinbach and Gläser, medgen 21:276-283, 2009
Oostra and Willemsen, Biochim Biophys Acta 1790:467-477, 2009
Fernandez-Carvajal et al., J Mol Diagnos 11:306-310, 2009
Wells, J BiolChem 284:7407-7411, 2009
Nolin et al., Am J Hum Genet 72:454-464, 2003 |
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