Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

Fragiles X-Syndrom (Martin-Bell Syndrom, FRAXA)

Das "Fragile-X Syndrom" ist eine der häufigsten genetisch bedingten Ursachen für geistige Behinderung mit einer geschätzten Häufigkeit (der Vollmutation) von etwa 1:4000 bis 1:6000. Ursache der Erkrankung ist fast immer die Verlängerung einer Trinukleotidsequenz (CGG-Repeat) innerhalb des FMR1- Gens, das auf dem X-Chromosom (Xq27.3) lokalisiert ist. Normalpersonen haben 5 bis 44 Kopien dieses CGG-Repeats. Eine Verlängerung auf 60 bis 200 CGG-Tripletts wird als Prämutation bezeichnet, die meist keine klinischen Symptome zur Folge hat. Die Vererbung eines prämutierten FMR1-Allels über die Mutter führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Expansion der CGG-Einheit und damit zur Vollmutation mit 200 und mehr CGG-Tripletts. Etwa 30% der Frauen mit einer Fra-X Vollmutation sind klinisch auffällig, während Männer mit einer Vollmutation immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Symptomatik des Fragilen-X Syndroms aufweisen.

Da ein Phänotyp, der zu einer Fragilen-X Diagnostik veranlasst, auch durch eine konstitutionelle Chromosomenaberration verursacht sein könnte, ist bei einem unauffälligen molekulargenetischen Ergebnis immer auch eine zytogenetische Karyotyp- Analyse zu empfehlen.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (für die Untersuchung sind 10 ml EDTA-Blut notwendig) wird die genomische DNA isoliert. Die Anzahl der CGG-Repeats wird einerseits über PCR und anschließende Kapillar-Gelelektrophorese und zusätzlich über eine Southern-Blot-Hybridisierung nachgewiesen.

Eine pränatale Untersuchung ist etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche an Chorionzotten möglich. Bei einer pränatalen Untersuchung ist gleichzeitig eine Untersuchung von mütterlichem Blut erforderlich, um eine eventuelle Kontamination des kindlichen Gewebes mit mütterlichen Zellen ausschließen zu können.

Untersuchungsdauer:

ca. 4 Wochen