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Das "Fragile-X
Syndrom" ist eine der häufigsten genetisch bedingten Ursachen für
geistige Behinderung mit einer geschätzten Häufigkeit (der Vollmutation)
von etwa 1:4000 bis 1:6000. Ursache der Erkrankung ist fast immer die
Verlängerung einer Trinukleotidsequenz (CGG-Repeat) innerhalb des FMR1-
Gens, das auf dem X-Chromosom (Xq27.3) lokalisiert ist.
Normalpersonen haben 5 bis 44 Kopien dieses CGG-Repeats. Eine
Verlängerung auf 60 bis 200 CGG-Tripletts wird als Prämutation
bezeichnet, die meist keine klinischen Symptome zur Folge hat. Die
Vererbung eines prämutierten FMR1-Allels über die Mutter führt mit
hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Expansion der CGG-Einheit und damit zur Vollmutation mit 200 und mehr CGG-Tripletts. Etwa 30% der Frauen
mit einer Fra-X Vollmutation sind klinisch auffällig, während Männer
mit einer Vollmutation immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte
Symptomatik des Fragilen-X Syndroms aufweisen.
Da ein Phänotyp, der zu
einer Fragilen-X Diagnostik veranlasst, auch durch eine konstitutionelle
Chromosomenaberration verursacht sein könnte, ist bei einem
unauffälligen molekulargenetischen Ergebnis immer auch eine
zytogenetische Karyotyp- Analyse zu empfehlen. |
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Aus einer Blutprobe
(für die Untersuchung sind 10 ml EDTA-Blut notwendig) wird die genomische DNA isoliert. Die Anzahl der CGG-Repeats
wird einerseits über PCR und anschließende Kapillar-Gelelektrophorese
und zusätzlich über eine Southern-Blot-Hybridisierung nachgewiesen.
Eine
pränatale Untersuchung ist etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche an
Chorionzotten möglich. Bei einer pränatalen Untersuchung ist
gleichzeitig eine Untersuchung von mütterlichem Blut
erforderlich, um eine eventuelle Kontamination des kindlichen Gewebes mit
mütterlichen Zellen ausschließen zu können.
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