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Cystische Fibrose (Mukoviszidose) / CBAVD

CFTR-Gen (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator; 

Genort: 7q31.2; OMIM 219700)

Erbgang: Autosomal rezessiv

1. Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF)

CF ist mit einer Inzidenz von ca. 1:2500 eine der häufigsten autosomal-rezessiven Erkrankungen in der weißen Bevölkerung. Ca. jede 25. Person ist heterozygoter Träger (und damit selbst gesund, aber Überträger) einer 
Mutation in dem für diese Erkrankung verantwortlichen CFTR (cystic fibrosis transmembrane conductance regulator)- Gen, welches die Chloridionenkanal-Funktion reguliert. Der Gendefekt führt hauptsächlich zur Beein-
trächtigung des Bronchialsystems mit häufig wiederkehrenden Infekten bis hin zur Zerstörung des Lungengewebes.

10% der erkrankten Neugeborenen zeigen einen Mekonium-Ileus. Als weiteres typisches Symptom wird eine exokrine Pankreasinsuffizienz bei ca. 85% der Patienten beschrieben (s. Hereditäre Pankreatitis). Schweregrad und Manifestationsalter der Erkrankung sind äußerst variabel. Mehr als 95% der Männer mit CF sind aufgrund einer Azoospermie infertil, die durch eine CBAVD verursacht wird (s. dort). Betroffene Frauen zeigen eine wesentlich geringere Einschränkung der Fertilität.
Bei ca. 75% der Erkrankten in Mitteleuropa lässt sich eine prädominante Mutation (F508del) molekulargenetisch nachweisen. Insgesamt sind derzeit weltweit mehr als 1500 verschiedene Mutationen bekannt, wovon in der deutschen Bevölkerung nur wenige mit einer Häufigkeit von mehr als 1- 2% gefunden werden. Das Verteilungsspektrum der Mutationen ist populationsabhängig. Durch die hier durchgeführte Untersuchung von 33 Mutationen (inklusive 5T-Allel) können über 90% der Mutationsträger aus der kaukasischen Bevölkerung erfasst werden.

Mehr als 95% der Männer mit CF sind infertil aufgrund einer Azoospermie, die durch eine CBAVD verursacht wird. Betroffene Frauen zeigen eine wesentlich geringere Einschränkung der Fertilität.

2. CBAVD (kongenitale bilaterale Vas deferens Aplasie)

Durch die große phänotypische Variabilität der Mukoviszidose (Cystische Fibrose = CF) werden auch zunehmend atypische Formen bekannt. Eine der häufigsten Sonderformen der CF stellt die CBAVD dar, welche man bei infertilen, sonst „gesunden“ Männern ohne klinische Zeichen von CF beobachten kann. Bei den meisten Fällen (ca. 87%) der CBAVD ohne Nierenbeteiligung lassen sich Mutationen in einem oder beiden Allelen des 
CFTR- Gens nachweisen.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Verschiedene Abschnitte des CFTR-Gens werden über eine Multiplex- Polymerase Kettenreaktion (PCR) amplifiziert. Nach einer Ligationsreaktion mit verschiedenen, farbmarkierten Oligonukleotiden können mittels Kapillarelektrophorese die 33 häufigsten Mutationen identifiziert werden (Oligo Ligation Assay; Abbott). 

Eine pränatale Untersuchung ist etwa in der 10.-12. Schwangerschaftswoche an Chorionzotten oder ab der 15. Woche an Fruchtwasserzellen möglich, wenn beide Elternteile heterozygot für eine CF-Mutation sind und die jeweils vorhandene Mutation in einer vorangegangenen Untersuchung nachgewiesen werden konnte.

Untersuchungsdauer:

ca. 1-2 Wochen (bei Fruchtwasser zusätzlich ca. 2 Wochen für die Zellkultur)

Literaturhinweise

Stuhrmann-Spangenberg et al., Medgen 21:268-275, 2009
Stuhrmann et al., Internist 40:476- 485, 1999
Stuhrmann, Reproduktionsmedizin 14:54-65, 1998
Welsh et al., in Scriver et al (eds) The metabolic and molecular bases of inherited disease, Chapter 127, 1997
Stuhrmann et al., Med Genet 9:552- 559, 1997
Holsclaw et al., J Urol 106:568- 574, 1971