Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

Cystische Fibrose (Mukoviszidose) / CBAVD

1. Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF)

CF ist mit einer Inzidenz von ca. 1:2500 eine der häufigsten autosomal-rezessiven Erkrankungen in der weißen Bevölkerung. Ca. jede 25. Person ist heterozygoter Träger (und damit selbst gesund aber Überträger) einer Mutation in dem für diese Erkrankung verantwortlichen CFTR (cystic fibrosis transmembrane conductance regulator)-Gen, welches die Chloridionenkanal-Funktion reguliert. Der Gendefekt führt hauptsächlich zur Beeinträchtigung des Bronchialsystems mit häufig wiederkehrenden Infekten bis hin zur Zerstörung des Lungengewebes. 10% der erkrankten Neugeborenen zeigen einen Mekonium-Ileus. Als weiteres typisches Symptom wird eine exokrine Pankreasinsuffizienz bei ca. 85% der Patienten beschrieben. Schweregrad und Manifestationsalter der Erkrankung sind äußerst variabel.

Bei ca. 75% der Erkrankten in Mitteleuropa lässt sich eine prädominante Mutation (delta F508) molekulargenetisch nachweisen. Insgesamt sind derzeit mehr als 800 verschiedene Mutationen bekannt, wovon in der deutschen Bevölkerung nur wenige mit einer Häufigkeit von mehr als 1-2% gefunden werden. Das Verteilungsspektrum der Mutationen ist populationsabhängig. Durch die hier durchgeführte Untersuchung von bis zu 32 Mutationen können ca. 80-90% der Mutationsträger aus der kaukasischen Bevölkerung erfasst werden.

Mehr als 95% der Männer mit CF sind infertil aufgrund einer Azoospermie, die durch eine CBAVD verursacht wird. Betroffene Frauen zeigen eine wesentlich geringere Einschränkung der Fertilität.

2. CBAVD (kongenitale bilaterale Vas deferens Aplasie)

Durch die große phänotypische Variabilität der Mukoviszidose werden zunehmend atypische Formen bekannt. Eine der häufigsten Sonderformen der CF stellt die CBAVD dar, welche man bei infertilen, sonst "gesunden" Männern, ohne klinische Zeichen von CF beobachten kann. Bei den meisten Fällen (ca. 87%) der CBAVD ohne Nierenbeteiligung lassen sich Mutationen in einem oder beiden Allelen des CFTR-Gens nachweisen.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Als Vorscreening erfolgt zunächst die Untersuchung der häufigsten Mutation deltaF508 mittels Polymerase-Kettenreaktion und Restriktionsendonukleaseverdau. Lässt sich hierbei keine Mutation nachweisen (oder nur ein mutiertes Allel bei Patienten mit der Verdachtsdiagnose CF)  werden verschiedene Abschnitte des CFTR-Gens über eine Multiplex- Polymerase Kettenreaktion (PCR) amplifiziert. Nach einer Ligationsreaktion mit verschiedenen, farbmarkierten Oligonukleotiden können mittels Kapillarelektrophorese die 31 häufigsten Mutationen identifiziert werden. Zur Untersuchung des IVS8-5T Allels wird der entsprechende Abschnitt des CFTR- Gens amplifiziert. Die Analyse des PCR- Produktes erfolgt ebenfalls über Kapillarelektrophorese 

Eine pränatale Untersuchung ist etwa in der 10.-12. Schwangerschaftswoche an Chorionzotten oder ab der 15. Woche an Fruchtwasserzellen möglich, wenn beide Elternteile heterozygot für eine CF-Mutation sind und die jeweils vorhandene Mutation in einer vorangegangenen Untersuchung nachgewiesen werden konnte.

Untersuchungsdauer:

ca. 2 Wochen (bei Fruchtwasser zusätzlich ca. 2 Wochen für die Zellkultur)