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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Amniozentese
Fruchtwasserdiagnostik,
"FISH-Schnelltest"
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Bei der Amniozentese (Fruchtwasserdiagnostik)
werden kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser gewonnen. Die fetalen Zellen werden in
mehreren getrennten Zellkulturen angezüchtet und hinsichtlich numerischer und struktureller
Chromosomenanomalien untersucht. Die häufigste numerische Aberration, die zu lebensfähigen
Individuen mit geistigen und körperlichen Behinderungen unterschiedlicher Ausprägung führt, ist
das Down- Syndrom (Trisomie 21), weniger häufig sind eine Trisomie 13 und 18. Die klinische
Bedeutung von Gonosomenaberrationen (Geschlechtschromosomveränderungen) muss
individuell diskutiert werden.
Das Risiko für ein Kind mit einer Trisomie steigt mit zunehmendem mütterlichen
Alter, sodass jeder Schwangeren über 35 Jahren aufgrund des altersbedingten
Risikos eine pränatale Diagnostik angeboten werden sollte. Die Diagnostik wird auch
vor dem 35. Lebensjahr ohne Vorliegen eines erhöhten Risikos für
Chromosomenanomalien durchgeführt, wenn dies eine Patientin wünscht.
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Darüber
hinaus
besteht die Indikation für eine pränatale Diagnostik bei:
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bekanntem Vorliegen einer Chromosomenanomalie im Karyotyp der Schwangeren oder ihres Partners
(Kindsvaters)
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einem vorangegangenen Kind mit einer Chromosomenanomalie,
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einer familiär vorliegenden Stoffwechselstörung oder einem molekulargenetisch nachweisbaren Gendefekt in
der Verwandtschaft,
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Ultraschallauffälligkeiten, die auf eine Chromosomenanomalie oder einen
Gendefekt hindeuten können,
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auffälligen Serumparametern im mütterlichen Blut.
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Nach einer Amniozentese
dauert es in der Regel zwei bis drei Wochen bis das Ergebnis der
zytogenetischen Analyse vorliegt.
Neben
der chromosomalen Auswertung erfolgt routinemäßig die Bestimmung des
Alpha- Fetoproteins und der Acetylcholinesterase aus dem Fruchtwasser.
Auffällige Werte können Hinweis geben auf Entwicklungsstörungen, wie
z. B. einen Neuralrohrdefekt.
Jeder Amnionprobe muss gemäß Gendiagnostik-Gesetz (GenDG) eine von der
Patientin unterschriebene Einwilligungserklärung beiliegen. Benötigt werden
weiterhin ein gelber und ein weißer Überweisungsschein (Muster 06 und 10).
Für Einsendungen von Fruchtwasserproben können Sie das notwendige Versandmaterial bei uns
bestellen.
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Pränataler
Schnelltest (FISH-Schnelltest)
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Etwa 90% aller
Chromosomenaberrationen, die bei einer pränatalen zytogenetischen
Diagnostik gefunden werden, sind numerische Aberrationen der Chromosomen
13, 18, 21, X oder Y.
Mit Hilfe der
Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH)
kann die Anzahl dieser fünf Chromosomen pro Zelle auch in unkultivierten
Interphase-Zellen sichtbar gemacht werden.
Auf
diese Weise lässt sich bereits nach 24 Stunden ermitteln, ob in den
Zellen eine Trisomie 13, 18, 21 oder auch eine numerische Aberration der
Chromosomen X und Y vorliegt.
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Unauffälliges Ergebnis:
Zellkern
mit je 2 Signalen für Chromosom 21 und
Chromosom 13.
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Auffälliger männlicher
Zellkern
mit drei Signalen für Chromosom 18 und je einem Signal für
das X und Y Chromosom.
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In
den Fällen in denen eine solche FISH-Analyse durchgeführt werden soll
wird von dem Fruchtwasser 2-3 ml abgezweigt. Die Mindestmenge für die FISH- Diagnostik hängt von der
Schwangerschaftswoche ab. In der 14. Woche ist die Zellzahl im Fruchtwasser noch sehr gering, d.h.
hier wird entsprechend mehr Fruchtwasser als in einer späteren Woche benötigt,
um genügend Zellkerne für die Auswertung zur Verfügung zu haben. Bei allen
Bemühungen um ein schnelleres Ergebnis muss aber auf jeden Fall sichergestellt
sein, dass für die konventionelle Chromosomenanalyse eine ausreichende Zahl
an Zellen zur Kultivierung zur Verfügung steht. Im Extremfall kann das bedeuten,
dass die FISH Analyse nicht durchführbar ist, oder zu keinem Ergebnis führt, wenn
die verfügbare Zellzahl zu gering ist. Eine nachfolgende zytogenetische Analyse ist
in jedem Fall zwingend vorgeschrieben, da die FISH-Untersuchung weder
strukturelle Aberrationen noch numerische Aberrationen der übrigen Chromosomen
erfasst. Auch Zellmosaike mit numerischen Aberrationen der fünf untersuchten
Chromosomen lassen sich mit dem FISH- Test nicht sicher nachweisen. Gänzlich
ungeeignet für die FISH-Methode ist Fruchtwasser, das mit Blut kontaminiert ist,
weil dadurch die Gefahr besteht, dass bei der Auswertung mütterliche Zellen
analysiert werden.
Bei der Einsendung von Fruchtwasser mit der Anforderung einer Schnelldiagnostik
in Hinblick auf numerische Aberrationen der Chromosomen 13, 18, 21, X und Y
(FISH- Test) ist zu beachten, dass es sich hierbei um keine Kassenleistung handelt
und die Patientin die Leistung, wenn sie diese wünscht, selbst bezahlen muss.
Dazu benötigen wir eine von der Patientin unterschriebene Einverständnis- und
Kostenübernahme-Erklärung (s. Formulare), die zusammen mit dem Fruchtwasser zugeschickt
werden muss.
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