Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

 Alpha-1-Antitrypsin-Defizienz

Alpha-1-Antitrypsin ist ein Inhibitor-Protein, welches als Hauptfunktion eine proteolytische Schädigung des Lungengewebes verhindert. Ein Mangel dieses Proteins führt zu einem gehäuften Auftreten von chronischer obstruktiver Lungenerkrankung und in der Folge zu Emphysemen, die sich im Erwachsenenalter und sehr selten schon im frühen Kindesalter entwickeln. Weitere Komplikationen sind Hepatitis und Leberzirrhose, ca. 18% der Kinder entwickeln Lebersymptome, wie verlängerter Neugeborenenikterus, Hyperbilirubinämie erhöhte Transaminasen oder Hepatosplenomegalie.

Die sogenannte Z-Mutation (Aminosäureaustausch von Glutamin in Position 342 durch Lysin) führt in homozygoter Form zu einem schweren Krankheitsbild mit einer resultierenden Protein-Konzentrationserniedrigung von mehr als 80%. Dieser Phänotyp (Proteinase-Inhibitor) PI ZZ tritt mit einer Prävalenz von 1:2000 bis 1:7000 in der kaukasischen Bevölkerung Nord- und Mitteleuropas auf.

Liegt die Z-Mutation heterozygot vor, entweder in Kombination mit einem normalen Allel (PI MZ) oder mit der sogenannten S-Mutation (Aminosäureaustausch von Glutamin in Position 264 durch Valin) (PI SZ), so führt dies zu einem leichteren Krankheitsbild. Bei einer Erniedrigung des Alpha-1-Antitrypsins um nicht mehr als 75% des Sollwertes wird das Lungenemphysem nur durch pulmonale Noxen (Infekte, Rauchen) ausgelöst.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Zwei Abschnitte des Alpha-1-Antitrypsin-Gens, die beide Mutationsstellen umfassen, werden mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert. Das Vorhandensein der Mutationen wird jeweils durch einen Restriktionsendonukleaseverdau nachgewiesen.

Untersuchungsdauer:

ca. 1-2 Wochen