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Die
autosomal dominant vererbten spinocerebellären Ataxien bilden eine Gruppe
klinisch und genetisch heterogener neurodegenerativer Erkrankungen (ADCA
I-III, autosomal dominant cerebellar ataxia).
Progressive
neuronale Verluste betreffen in unterschiedlichem Ausmaß das Kleinhirn,
die Hirnstammkerne und den Tractus spinocerebellaris.
Das
klinische Bild ist meist gekennzeichnet durch Stand- und Gangataxie,
Dysarthrie, Schluckschwierigkeiten u.a.. Darüberhinaus weisen einige
Patienten eine Ophthalmoplegie, ein erniedrigtes Vibrationsempfinden und
eine Sphinkter-Funktionsstörung auf. Bei der SCA7 (ADCA II-Gruppe) ist
die Ataxie assoziiert mit einer retinalen
Degeneration.
Das
relativ späte Manifestationsalter liegt in der Regel zwischen dem 30.
oder 40. Lebensjahr, kann aber auch innerhalb einer Familie sehr variabel
sein.
Bisher
konnten einige Gene identifiziert werden, die auf unterschiedlichen
Chromosomen lokalisiert sind und für die Entstehung verschiedener SCA-Typen verantwortlich
sind.
Allen
hier untersuchten SCA-Genen liegt als krankheitsverursachende Mutation die
Verlängerung einer CAG-Nukleotidfolge zugrunde. Die Anzahl der
CAG-Nukleotidwiederholungen bei Normalpersonen ist bei den fünf o.g. Genen
weitgehend polymorph. Für jedes dieser Gene ist die kritische
Triplettanzahl bekannt, welche die Übergangsgrenze zur pathologischen
Krankheitsentstehung darstellt.
Die
Triplettwiederholung liegt im translatierten Bereich der Gene und bewirkt
bei pathologischer Triplettverlängerung den Einbau einer zu großen Anzahl von
Glutaminresten in das entsprechende Protein. Dies führt höchstwahrscheinlich
zu einer sogenannten ‘gain of function’, wobei das dann toxische
Protein einen neuronen- und krankheitsspezifischen Zelltod verursacht. |