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Spinocerebelläre Ataxien 
(Olivoponto­cerebelläre Atrophien)
SCA1, SCA2, 
SCA3 (MJD, Machado-Joseph disease), SCA6 und SCA7

SCA1: ATXN1-Gen (Genort: 6p23; OMIM *601556, #164400)
SCA2: ATXN2-Gen (Genort: 12q24; OMIM *601517, #183090)
SCA3: ATXN3-Gen (Genort: 14q24.3-q31; OMIM *607047, #109150)
SCA6: CACNA1A-Gen (Genort: 19p13; OMIM *601011, #183086)
SCA7: ATXN7-Gen (Genort: 3p21.1-p12; OMIM *607640, #164500)
Erbgang    Autosomal dominant

Die spinocerebellären Ataxien sind eine Gruppe heterogener neurodegenerativer Erkrankungen mit progressiven neuronalen Verlusten, die in unterschiedlichem Ausmaß das Kleinhirn, die Hirnstammkerne und den Tractus spinocerebellaris betreffen.
Das klinische Bild ist meist gekennzeichnet durch Stand- und Gangataxie, Dysarthrie, Schluckschwierigkeiten u. a.. Darüber hinaus weisen einige Patienten eine Ophthalmoplegie, ein erniedrigtes Vibrationsempfinden und 
eine Sphinkter-Funktionsstörung auf. Bei der SCA7 ist die Ataxie assoziiert mit einer retinalen Degeneration. Das relativ späte Manifestations-alter liegt in der Regel zwischen dem 30. oder 40. Lebensjahr, kann aber auch 
innerhalb einer Familie sehr variabel sein. Bisher konnten einige Gene identifiziert werden, die auf unterschiedlichen Chromosomen lokalisiert sind und für die Entstehung verschiedener SCA-Typen verantwortlich sind. Allen hier untersuchten SCA-Genen liegt als krankheitsverursachende Mutation die Verlängerung einer CAG-Nukleotidfolge zugrunde. Die Anzahl der CAG-Nukleotidwiederholungen bei Normalpersonen ist je nach Gen variabel. Krankheitsrelevante Symptome treten auf, wenn die jeweils kritische Triplettanzahl von CAG- Nukleotiden überschritten wird. Die Triplettwiederholung liegt im translatierten Bereich der Gene und bewirkt bei pathologischer Triplettverlängerung den Einbau einer zu großen Anzahl von Glutaminresten in das entsprechende Protein. Dies führt höchstwahrscheinlich zu einer sogenannten ‚gain of function‘, wobei das dann toxische Protein einen neuronen- und krankheitsspezifischen Zelltod verursacht.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Ein die CAG-Triplettwiederholung beinhaltender Abschnitt des Ataxin-1- (SCA1), Ataxin-2- (SCA2), Ataxin-3- (SCA3/MJD), a1A Calcium-Kanal- (SCA6) oder des Ataxin-7-Gens wird mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion amplifiziert. Die Längenbestimmung des jeweiligen PCR-Produktes und die daraus resultierende Anzahl der CAG-Nukleotidtripletts erfolgt mittels Kapillarelektrophorese.

Untersuchungsdauer:

ca. 1-2 Wochen

Literaturhinweise

Sequeiros J et al., Eur J Hum Genet. 18:1188-1195, 2010
Riess et al., Deutsches Ärzteblatt 98: A1546-1558, 2001
SCA1: Orr et al., Nat Genet 4:221-226, 1993 
SCA2: Imbert et al., Nat Genet 14:285-291, 1996
SCA3: Kawaguchi et al., Nat Genet 8:221-227, 1994 
SCA6: Zhuchenko et al., Nat Genet 15:62-69, 1997
SCA7: David et al., Nat Genet 17:65-70, 1997