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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Spinocerebelläre
Ataxien
(Olivopontocerebelläre Atrophien) SCA1,
SCA2,
SCA3 (MJD, Machado-Joseph disease), SCA6 und SCA7
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SCA1: ATXN1-Gen (Genort: 6p23; OMIM *601556, #164400)
SCA2: ATXN2-Gen (Genort: 12q24; OMIM *601517, #183090)
SCA3: ATXN3-Gen (Genort: 14q24.3-q31; OMIM *607047, #109150)
SCA6: CACNA1A-Gen (Genort: 19p13; OMIM *601011, #183086)
SCA7: ATXN7-Gen (Genort: 3p21.1-p12; OMIM *607640, #164500)
Erbgang Autosomal dominant
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Die spinocerebellären Ataxien sind eine Gruppe heterogener
neurodegenerativer Erkrankungen mit progressiven neuronalen Verlusten, die in
unterschiedlichem Ausmaß das Kleinhirn, die Hirnstammkerne und den Tractus spinocerebellaris betreffen.
Das klinische Bild ist meist gekennzeichnet durch Stand- und Gangataxie,
Dysarthrie, Schluckschwierigkeiten u. a.. Darüber hinaus weisen einige Patienten eine Ophthalmoplegie, ein erniedrigtes Vibrationsempfinden und
eine Sphinkter-Funktionsstörung auf. Bei der SCA7 ist die Ataxie assoziiert
mit einer retinalen Degeneration. Das relativ späte Manifestations-alter liegt in der Regel zwischen dem 30. oder 40. Lebensjahr, kann aber auch
innerhalb einer Familie sehr variabel sein. Bisher konnten einige Gene identifiziert werden, die auf
unterschiedlichen Chromosomen lokalisiert sind und für die Entstehung verschiedener
SCA-Typen verantwortlich sind. Allen hier untersuchten SCA-Genen liegt als krankheitsverursachende Mutation die Verlängerung einer
CAG-Nukleotidfolge zugrunde. Die Anzahl der CAG-Nukleotidwiederholungen bei
Normalpersonen ist je nach Gen variabel. Krankheitsrelevante Symptome treten auf, wenn die jeweils kritische Triplettanzahl von
CAG- Nukleotiden überschritten wird. Die Triplettwiederholung liegt im translatierten Bereich
der Gene und bewirkt bei pathologischer Triplettverlängerung den Einbau einer zu großen Anzahl von Glutaminresten in das entsprechende Protein.
Dies führt höchstwahrscheinlich zu einer sogenannten ‚gain of function‘,
wobei das dann toxische Protein einen neuronen- und krankheitsspezifischen Zelltod verursacht. |
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Untersuchungsmethode:
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Aus
einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Ein
die CAG-Triplettwiederholung beinhaltender Abschnitt des Ataxin-1- (SCA1),
Ataxin-2- (SCA2), Ataxin-3- (SCA3/MJD), a1A
Calcium-Kanal- (SCA6) oder des Ataxin-7-Gens wird mit Hilfe der
Polymerasekettenreaktion amplifiziert. Die Längenbestimmung des
jeweiligen PCR-Produktes und die daraus resultierende Anzahl der
CAG-Nukleotidtripletts erfolgt mittels Kapillarelektrophorese.
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Untersuchungsdauer:
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ca. 1-2
Wochen
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Literaturhinweise
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Sequeiros J et al., Eur J Hum Genet. 18:1188-1195, 2010
Riess et al., Deutsches Ärzteblatt 98: A1546-1558, 2001
SCA1: Orr et al., Nat Genet 4:221-226, 1993
SCA2: Imbert et al., Nat Genet 14:285-291, 1996
SCA3: Kawaguchi et al., Nat Genet 8:221-227, 1994
SCA6: Zhuchenko et al., Nat Genet 15:62-69, 1997
SCA7: David et al., Nat Genet 17:65-70, 1997
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