Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

Spinocerebelläre Ataxien 
(Olivoponto­cerebelläre Atrophien)
SCA1, SCA2, SCA3 (MJD, Machado-Joseph disease), SCA6 und SCA7

Die autosomal dominant vererbten spinocerebellären Ataxien bilden eine Gruppe klinisch und genetisch heterogener neurodegenerativer Erkrankungen (ADCA I-III, autosomal dominant cerebellar ataxia).

Progressive neuronale Verluste betreffen in unterschiedlichem Ausmaß das Kleinhirn, die Hirnstammkerne und den Tractus spinocerebellaris.

Das klinische Bild ist meist gekennzeichnet durch Stand- und Gangataxie, Dysarthrie, Schluckschwierigkeiten u.a.. Darüberhinaus weisen einige Patienten eine Ophthalmoplegie, ein erniedrigtes Vibrationsempfinden und eine Sphinkter-Funktionsstörung auf. Bei der SCA7 (ADCA II-Gruppe) ist die Ataxie assoziiert mit einer retinalen Degeneration.

Das relativ späte Manifestationsalter liegt in der Regel zwischen dem 30. oder 40. Lebensjahr, kann aber auch innerhalb einer Familie sehr variabel sein.

Bisher konnten einige Gene identifiziert werden, die auf unterschiedlichen Chromosomen lokalisiert sind und für die Entstehung verschiedener SCA-Typen verantwortlich sind.

Allen hier untersuchten SCA-Genen liegt als krankheitsverursachende Mutation die Verlängerung einer CAG-Nukleotidfolge zugrunde. Die Anzahl der CAG-Nukleotidwiederholungen bei Normalpersonen ist bei den fünf o.g. Genen weitgehend polymorph. Für jedes dieser Gene ist die kritische Triplettanzahl bekannt, welche die Übergangsgrenze zur pathologischen Krankheitsentstehung darstellt.

Die Triplettwiederholung liegt im translatierten Bereich der Gene und bewirkt bei pathologischer  Triplettverlängerung den Einbau einer zu großen Anzahl von Glutaminresten in das entsprechende Protein. Dies führt höchstwahrscheinlich zu einer sogenannten ‘gain of function’, wobei das dann toxische Protein einen neuronen- und krankheitsspezifischen Zelltod verursacht.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (2-5 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Ein die CAG-Triplettwiederholung beinhaltender Abschnitt des Ataxin-1- (SCA1), Ataxin-2- (SCA2), Ataxin-3- (SCA3/MJD), a1A Calcium-Kanal- (SCA6) oder des Ataxin-7-Gens wird mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion amplifiziert. Die Längenbestimmung des jeweiligen PCR-Produktes und die daraus resultierende Anzahl der CAG-Nukleotidtripletts erfolgt mittels Kapillarelektrophorese.

Untersuchungsdauer:

ca. 1-2 Wochen