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Bei
dem RETT-Syndrom handelt es sich um eine Encephalopathie (schwerwiegende
mentale Retardierung), die mit einer Inzidenz von 1:10.000 – 15.000
hauptsächlich Mädchen betrifft und einem X-chromosomal dominantem
Erbgang folgt, wobei mehr als 95% der Fälle de novo entstehen. Zunächst
entwickeln sich die Kinder relativ normal, bis sich im Alter von 12 – 18
Monaten ein Entwicklungsstillstand einstellt. Es folgt ein Sprachrückgang
bis zum kompletten Sprachverlust bei gleichzeitigem Auftreten von
autistischen Zügen, stereotypen Handbewegungen, Ataxien, respiratorischen
Dysfunktionen. Jedoch werden auch atypische Varianten der Erkrankung
beobachtet.
Grundlegende Ursache sind Mutationen im
MECP2-Gen (methyl-CpG-bindendes Protein) lokalisiert auf dem X-Chromosom
in Xq28, verantwortlich für neuronale Funktionen und Gehirnentwicklung.
Das Gen wird in zwei Isoformen (MECP2A und MECP2B) exprimiert, die sich in
der Zusammensetzung der Exons 1 bis 4 unterscheiden. Bei ca. 80%-85% der
Patienten mit klassischem RETT-Syndrom und 30-40% mit atypischem RETT können
Mutationen im MECP2 Gen nachgewiesen werden, in 5 – 10% der Fälle
werden auch Deletionen, bei einigen männlichen Patienten auch
Duplikationen des gesamten MECP2-Gens zum Teil mit Duplikation der
benachbarten Regionen festgestellt.
MECP2-Mutationen können auch bei 1,3%
-1,7% männlicher Kinder zu einem breiten Spektrum von neurologischen
Erkrankungen von milder mentaler Retardierung bis hin zu schwerwiegenden
neonatalen Encephalopathien führen, wobei nur selten Jungen mit typischer
Rett-Symptomatik beschrieben sind. Gelegentlich finden sich auch bei
Patienten mit einem unspezifischen klinischen Bild einer XLMR (x-gebundene
mentale Retardierung) Mutationen in diesem Gen.
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