Praxis für Medizinische Genetik

Dr. Susanne Ebner

Frauenärztin - 

Medizinische Genetik

Dr. Susanne Markus

Fachärztin für Humangenetik

 

Bahnhofstraße 13

(VICTORIA-Haus)

93047 Regensburg

Tel: 0941-53710

Fax: 0941-53708

    

© Dr. Ebner & Dr. Markus

RETT-Syndrom

Bei dem RETT-Syndrom handelt es sich um eine Encephalopathie (schwerwiegende mentale Retardierung), die mit einer Inzidenz von 1:10.000 – 15.000 hauptsächlich Mädchen betrifft und einem X-chromosomal dominantem Erbgang folgt, wobei mehr als 95% der Fälle de novo entstehen. Zunächst entwickeln sich die Kinder relativ normal, bis sich im Alter von 12 – 18 Monaten ein Entwicklungsstillstand einstellt. Es folgt ein Sprachrückgang bis zum kompletten Sprachverlust bei gleichzeitigem Auftreten von autistischen Zügen, stereotypen Handbewegungen, Ataxien, respiratorischen Dysfunktionen. Jedoch werden auch atypische Varianten der Erkrankung beobachtet.

Grundlegende Ursache sind Mutationen im MECP2-Gen (methyl-CpG-bindendes Protein) lokalisiert auf dem X-Chromosom in Xq28, verantwortlich für neuronale Funktionen und Gehirnentwicklung. Das Gen wird in zwei Isoformen (MECP2A und MECP2B) exprimiert, die sich in der Zusammensetzung der Exons 1 bis 4 unterscheiden. Bei ca. 80%-85% der Patienten mit klassischem RETT-Syndrom und 30-40% mit atypischem RETT können Mutationen im MECP2 Gen nachgewiesen werden, in 5 – 10% der Fälle werden auch Deletionen, bei einigen männlichen Patienten auch Duplikationen des gesamten MECP2-Gens zum Teil mit Duplikation der benachbarten Regionen festgestellt.

MECP2-Mutationen können auch bei 1,3% -1,7% männlicher Kinder zu einem breiten Spektrum von neurologischen Erkrankungen von milder mentaler Retardierung bis hin zu schwerwiegenden neonatalen Encephalopathien führen, wobei nur selten Jungen mit typischer Rett-Symptomatik beschrieben sind. Gelegentlich finden sich auch bei Patienten mit einem unspezifischen klinischen Bild einer XLMR (x-gebundene mentale Retardierung) Mutationen in diesem Gen.

Untersuchungsmethode:

Aus einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert und zunächst werden die Exons 1 bis 4 des MECP2-Gens mit PCR amplifiziert und durch Sequenzierung auf das Vorliegen von Mutationen untersucht. Bei negativem Ergebnis wird das MECP2-Gen mittels MLPA (Multiple Ligation-dependent Probe Amplifikation) nach Deletionen oder Duplikationen untersucht.

Untersuchungsdauer:

ca. 3-4 Wochen