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In
industrialisierten Ländern wird eine chronische Pankreatitis in 70-80%
der Fälle durch langfristigen Alkoholmissbrauch ausgelöst. 10-30% der
Fälle werden als „idiopatisch“ klassifiziert, darunter auch die der
Patienten mit hereditärer Pankreatitis. Die Inzidenz der chronischen
Pankreatitis wird in industrialisierten Ländern auf 3,5 bis 10 pro 100
000 Einwohner geschätzt.
Bei
der hereditären Pankreatitis können die Symptome bereits in der
Kindheit beginnen. Das Risiko der Entwicklung eines Pankreaskarzinoms ab
dem 50. Lebensjahr ist sehr hoch.
Klinisch
wird die Erkrankung charakterisiert durch wiederkehrende oder
persistierende Abdominalschmerzen, obwohl auch schmerzfreie Patienten
beobachtet werden. Morphologisch zeigt der Pankreas eine unregelmäßige
Sklerose mit fokaler, segmentaler oder diffuser Zerstörung des
Parenchyms.
Die
Pathogenese ist unklar. Wahrscheinlich führt eine erhöhte
intrapankreatische Trypsinaktivität zur Pankreatitis.
Die
hereditäre Pankreatitis wird üblicherweise als autosomal dominante
Erkrankung mit 80%-iger Penetranz definiert.
Bisher
konnten 3 für die Erkrankung verantwortliche Gene identifiziert werden:
Einige
Patienten tragen heterozygote Mutationen im kationischen Trypsinogen
(PRSS1)-Gen auf Chromosom 7. Das Trypsinogen-Protein ist die inaktive
Vorstufe des Trypsins.
Bei
dem zweiten Gen handelt es sich um das Serin-Protease-Inhibitor, Kazal
Typ 1 (SPINK1)-Gen oder pankreatisch-sekretorisches Trypsin-Inhibitor
(PSTI)-Gen auf Chromosom 5. Das Genprodukt ist eine potente
Antiprotease, wahrscheinlich ein wichtiger Inaktivierungsfaktor der
intrapankreatischen Trypsin-Aktivität. Die N34S-Mutation des
SPINK1-Gens konnte in 15 – 40% der Fälle in homo- oder heterozygoter
Form nachgewiesen werden, wobei die Patienten keine phänotypischen
Differenzen zeigten. Weitere Mutationen sind in einzelnen Familien oder
Individuen beschrieben.
Des
weiteren wurde bei 25 - 30% der Patienten mindestens eine Mutation im
CFTR-Gen (für Cystische Fibrose) gefunden, einige Patienten waren
heterozygot für eine CFTR- und eine SPINK1- oder PRSS1-Mutation
(digenische Vererbung).
Eine
molekulargenetische Untersuchung der hereditären Pankreatitis ist
indiziert bei Kindern oder Jugendlichen mit Symptomen einer chronischer
Pankreatitis, positiver Familienanamnese (mehr als ein Familienmitglied
oder mehr als eine Generation ist betroffen), bei Auftreten eines
Pankreaskarzinoms vor dem 45. Lebensjahr sowie beim Vorliegen einer
chronischen Pankreatitis vor dem 35. Lebensjahr ohne familiäre
Belastung, auch bei rezidivierenden und ungeklärten Abdominalschmerzen
im Kindesalter, eventuell einhergehend mit erhöhter Serumkonzentration
von Amylasen und Lipasen.
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