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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Morbus
Meulengracht (Gilbert-Syndrom)
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UGT1A1-Gen
(Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase 1A1-Gen;Genort: 2q37;
OMIM 143500, 191740)
Erbgang: Autosomal rezessiv
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Morbus
Meulengracht oder Gilbert-Syndrom ist eine benigne Stoffwechselstörung,
die häufig in Stress-Situationen, bei verminderter Nahrungsaufnahme oder
in Verbindung mit Nikotin und Alkohol zu einer Hyperbilirubinämie führt
(3-5fach erhöhter Bilirubinspiegel (unkonjugiertes Bilirubin) im Blut).
Eine Therapie ist nicht erforderlich, jedoch sind Fasten, Stress, Nikotin
und Alkohol zu vermeiden.
Molekulargenetisch kann bei dem Gilbert Syndrom in beiden Allelen des
UGT1A1-Gens eine Dinukleotid-Verlängerung im Promotor nachgewiesen werden
[A(TA)6TAA → A(TA)7TAA]. Dies führt zu einer erniedrigten
UDP-Glucuronosyltransferase (UDP-GT1-A1) Aktivität und damit zu einer
verminderten Konjugation von Bilirubin an Glucuronsäure, wodurch der
Serumspiegel des indirekten Bilirubins ansteigt.
Aufgrund eines gestörten Stoffwechsels von einigen Medikamenten sollte
jede Medikamenteneinnahme mit einem Arzt besprochen werden. Beispielsweise
ist die UDP-Glucuronosyltransferase entscheidend an dem körpereigenen
Abbau des Chemotherapeutikums Irinotecan (CPT-11) beteiligt. Patienten mit
Morbus Meulengracht haben nach Angaben in der Literatur ein hohes Risiko,
bei einer Behandlung mit CPT-11 starke Nebenwirkungen zu erleiden. Bei
cystischer Fibrose erhöht der UGT1A1 Promotor-Polymorphismus die
Wahrscheinlichkeit für Gallensteine.
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Untersuchungsmethode:
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Aus
einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Der
A(TA)7TAA Promotor- Polymorphismus des UGT1A1-Gens wird mittels real-time Polymerasekettenreaktion
(PCR) und Schmelzkurvenanalyse unter Verwendung der fluorescence resonance energy transfer (FRET) Technik nachgewiesen. Bei
unklaren Befunden wird die Veränderung im Promotor durch Sequenzanalyse näher untersucht.
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Untersuchungsdauer:
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ca.
1-2 Wochen |
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Literaturhinweise |
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Rouits et al., Clin Canc Res 10: 5151-5159, 2004
Borlak et al., Hepatology 32:792-795, 2000
Burchell and Hume, Gastroenterol Hepatol 14:960-966, 1999 |
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