|

|
|

|
|

|
|

|
|

|
|
|
|
|
|
Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
|
| |
|
|
|
Multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2)
MEN2A (Sipple-Syndrom), MEN2B (Wagenmann-Froböse- Syndrom), Familiäres medulläres Schilddrüsenkarzinom
(FMTC)
|
|
RET (REarranged during Transfection)-Protooncogen;
Genort: 10q11.2; OMIM #171400, +164761)
Erbgang: Autosomal dominant |
|
Die MEN2-Erkrankung ist mit einer Prävalenz von 1:30.000 eine seltene,
genetisch bedingte Krebserkrankung. Je nach klinischer Ausprägung werden bezüglich Erkrankungsalter und Tumorbefall verschiedener endokriner
Organe Unterformen unterschieden:
Die MEN2A betrifft etwa 70% - 80% der MEN2-Familien. Betroffene
entwickeln ein medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC), ein meist beidseitiges
Phäochromocytom und / oder einen primären Hyperparathyroidismus. Als eine Variante der MEN2A wird das Familiäre medulläre Schilddrüsenkarzinom (FMTC) angesehen, bei dem nur ein isoliertes MTC vorliegt. Das
FMTC tritt bei etwa 10 % - 15% der MEN2- Patienten auf.
Nur etwa 5% der MEN2-Familien zeigen die MEN2B-Unterform mit frühzeitiger Erkrankung an einem MTC und deutlich agressiverem klinischen
Verlauf. Auch hier treten Phäochromocytome auf, zusätzlich zeigen viele
Kinder mukokutane Neurome, diffuse Ganglioneuromatose im Darm und einen marfanoiden Habitus.
Die häufigsten Mutationen des RET-Protoonkogens bei MEN2A / FMTC können in einem von 5 Codons für hochkonservierte Cysteine des
entsprechenden Proteins nachgewiesen werden (Aminosäureposition 608, 611, 618, 620 und 634). Die meisten MEN2B-Patienten zeigen die
Punktmutation M918T, seltener wird die A883F-Mutation oder eine zusätzliche
Mutation kombiniert mit der MEN2A-Mutation V804M vorgefunden. Andere seltene Punktmutationen des RET-Protoonkogens sind in der Literatur
beschrieben.
|
|
Untersuchungsmethode: |
|
Aus
einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA- Blut) wird die genomische DNA isoliert. Mittels PCR
werden bei Verdacht auf MEN2A / FMTC die Exons 5, 8, 10, 11, 13, 14, 15 und 16 und bei MEN2B die Exons 14, 15
und 16 des RET-Gens amplifiziert und durch Sequenzierung auf das Vorliegen von Mutationen untersucht.
|
|
Untersuchungsdauer:
|
|
|
ca.
3-4 Wochen |
|