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Die
spinobulbäre Muskelatrophie wird als X-chromosomal rezessive Erkrankung
vererbt. Die Patienten weisen klinisch eine proximale Muskelschwäche und
-atrophie auf, sowie Faszikulationen, die hauptsächlich die perioralen
Muskeln betreffen. Weitere häufig auftretende Merkmale sind
Intentionstremor, Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden, eine periphere
Androgenresistenz mit eingeschränkter Fruchtbarkeit und Gynäkomastie.
Die Symptomatik beginnt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und verläuft
langsam progressiv.
Pathophysiologisch
wird eine Degeneration von spinalen und bulbären alpha-Motoneuronen
beobachtet. Eine verlängerte CAG-Nukleotidfolge im translatierten Bereich
des Androgenrezeptor- Gens ist die für die Krankheit verantwortliche
Mutation. Während man bei Normalpersonen eine Folge von 12-35 Tripletts
findet, tragen Betroffene 40-53 CAG-Kopien. Dies hat den Einbau einer zu
langen Abfolge von Glutaminresten in das Androgenrezeptor-Protein zufolge.
Das Protein verliert seine ursprüngliche Struktur und damit seine
eigentliche Funktion in spinal und bulbär lokalisierten Motorneuronen.
Aufgrund
des X-chromosomalen Erbganges betrifft die Kennedy Disease in der Regel nur Männer, heterozygote
Frauen mit einem verlängerten Allel
zeigen keine Symptome, können aber diese Krankheit übertragen.
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