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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Thalassämie (beta) und Sichelzellanämie
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HBA-Gen (Hämoglobin alpha, Alpha-Globin;
Genort: 16p13.3; OMIM +141800, *141850)
Erbgang: Autosomal-rezessiv
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Die β-Thalassämie beruht auf Gendefekten im β-Globin-Gen
(HBB) auf Chromosom 11, die zu einer verminderten oder fehlenden β-Globin-Synthese
führen.
Heterozgote Mutationsträger mit einer
„Thalassaemia minor“ weisen mit einer leichten Blutarmut und teilweise leicht vergrößerten Milz
in der Regel keine therapiebedürftige Symptomatik auf.
Homozygote Mutationsträger haben die schwere Form der „Thalassaemia
major“ (= Cooley-Anämie), die bereits im ersten Lebensjahr zu Gedeihstörung,
Blässe, Ikterus und Hepatosplenomegalie führt. Diese Patienten sind lebenslang transfusionsbedürftig. Eine Knochenmarktransplantation ist
die einzige kurative Behandlung.
Eine Zwischenform stellt die „Thalassaemia intermedia“ dar mit einem relativ variablem Spektrum bezüglich Zeitpunkt
des Auftretens der ersten Symptome und phänotypischem Spektrum.
Neben homozygoten oder gemischt heterozygoten Mutationen im β-Globin-Gen (hierbei liegt vor allem in Asien häufig ein Aminosäureaustausch Glutaminsäure durch Lysin an Position 26 der β-Globinkette
= HbE vor), wird auch die Kombination einer heterozygoten Mutation im β-Globin mit einer weiteren Veränderung in einem anderen Globin-Gen (z. B. einer
alpha-Globin- Genduplikation) beobachtet. Bei der Thalassaemia intermedia sind auch autosomal dominant vererbbare
Formen bekannt.
Die Sichelzellenanämie wird hauptsächlich in der
schwarzafrikanischen Bevölkerung beobachtet. Sie wird durch einen
Austausch der Aminosäure Glutaminsäure durch Valin an Position 6 des
HBB-Proteins verursacht (Sichelzellenhämoglobin, HbS). Das homozygote
Vorliegen des HbS-Allels führt zu einer Multisystem-Erkrankung, die Episoden
akuter Krankheit und progressiven Organ-Schaden vereinigt. Hämoglobin-Polymerisierung, die zu Erythrozytenrigidität und Gefäßverschlüssen führt, ist
wesentlich bezüglich der Pathophysiologie der Krankheit. Auch chronische Anämie, Hämolyse und Vasculopathien werden beschrieben.
In Malariagebieten sind bis zu 40 % der Einwohner heterozygote
Merkmalsträger, da HbS die intraerythrozytäre Vermehrung von
Malariaplasmodien hemmt und daher einen Schutz gegen Malaria
darstellt.
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Untersuchungsmethode:
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Aus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert. Die drei
kodierenden Exons inklusive Exon / Introngrenzen des ß-Globin Gen werden mit
PCR amplifiziert und durch Sequenzierung auf das Vorliegen von Mutationen untersucht.
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Untersuchungsdauer:
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ca.
1-2 Wochen
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Literaturhinweise
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Galanello, in: GeneReviews (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1435/) Muncie and Campbell, Am Fam Physician 80:339-344, 2009
Chui et al., Blood 101:791-800, 2003
Chui and Waye, Blood 91:2213-2222, 1998
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