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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Friedreich’sche
Ataxie
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FXN-Gen (Frataxin; Genort: 9q13; OMIM *606829, #229300)
Erbgang Autosomal-rezessiv
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Die Friedreich‘sche Ataxie (FRDA) ist eine neurodegenerative Erkrankung
mit einer Inzidenz von 1:50.000 die am häufigsten vorkommende Form der hereditären Ataxie in der kaukasischen Bevölkerung.
Betroffene zeigen eine progressive Gang- und Extremitätenataxie,
Areflexie, Muskelschwäche, Verlust des Lageempfindens, Dysarthrie und einen
pathologischen Babinskireflex. Oft wird eine hypertrophe Kardiomyo- pathie als Todesursache festgestellt. Erste Symptome treten meist in der
Pubertät und typischerweise vor dem 25. Lebensjahr auf, es sind auch Fälle
mit verspäteter Erstmanifestation bekannt.
Bei FRDA sind die größten Neurone im menschlichen Körper von Läsionen betroffen. Hierbei handelt es sich um die in den dorsalen Wurzelganglien
des Rückenmarks lokalisierten Neurone und ihre korrespondierenden Axone, welche von den peripheren sensorischen Endigungen durch die
sensorischen Nerven und die Hinterstränge des Rückenmarks bis zur Medulla
oblongata verlaufen. Des Weiteren degenerieren Neurone der spinocerebellären Bahn und der Pyramidenbahnen.
Bei ca. 96% der Patienten kann molekulargenetisch eine homozygote
Expansion einer GAA-Nukleotidfolge im ersten Intron des FXN-Gens nachgewiesen werden. Bei Normalpersonen finden sich ca. 5 bis 33 GAA-Tripletts
im FXN-Gen. Krankheitsverursachende Verlängerungen von ca. 66 bis 1700 Tripletts entstehen durch
Expansion prämutierter Allele von ca. 34 bis 65 ununterbrochenen GAA-Tripletts. Der Schweregrad der
Erkrankung korreliert mit der Anzahl der GAA-Tripletts.
Die Expansion bewirkt eine Unterdrückung der FXN-Genexpression und somit den Ausfall des entsprechenden Proteins. Infolgedessen wird zudem
das Eisen-Gleichgewicht in den Mitochondrien gestört und die Anfälligkeit
für oxidativen Stress erhöht. Ob diese Dysregulation auch für die
Entstehung der FRDA eine ursächliche Rolle spielt, ist derzeit noch nicht geklärt.
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Untersuchungsmethode: |
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Aus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert. Ein die
GAA-Triplettwiederholung beinhaltender Abschnitt des FXN-Gens wird mittels PCR
amplifiziert. Die Längenbestimmung des PCR-Produktes und die daraus resultierende Anzahl der GAA-Repeats erfolgt mittels
Agarosegelelektrophorese.
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Untersuchungsdauer: |
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ca. 1-2 Wochen
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Literaturhinweise
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Schmucker and Puccio, Hum Mol Genet 19: R103-R110, 2010
Epplen et al., Hum Genet 99:834-836, 1997
Montermini et al., Hum Mol Genet 6:1261-1266, 1997
Campuzano et al., Science 271:1423-1427, 1996
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