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Die
Friedreich'sche Ataxie ist eine neurodegenerative Erkrankung mit autosomal
rezessivem Erbgang und einer Inzidenz von 1-2:50.000 die am häufigsten
vorkommende Form der hereditären Ataxie in der kaukasischen Bevölkerung.
Betroffene
zeigen eine progressive Gang -und Extremitätenataxie, Areflexie, Verlust
des Lageempfindens, Dysarthrie und einen pathologischen Babinskireflex.
Oft wird eine hypertrophe Kardiomyopathie als Todesursache festgestellt.
Der Schweregrad des Phänotyps kann sich, auch innerhalb einer Familie
sehr variabel präsentieren.
Die
Symptomatik beginnt meist vor dem 20. Lebensjahr, es sind auch Fälle mit verspäteter
Erstmanifestation bekannt.
Die größten
Neurone im menschlichen Körper sind dabei von
Läsionen betroffen. Hierbei handelt es sich um die in den dorsalen Wurzelganglien des Rückenmarks lokalisierten
Neurone und ihre korrespondierenden Axone, welche von den peripheren
sensorischen Endigungen durch die sensorischen Nerven und die
Hinterstränge
des Rückenmarks bis zur Medulla oblongata verlaufen. Desweiteren
degenerieren Neurone der spinocerebellären- und Pyramidenbahnen.
Bei
ca. 95% der Patienten kann molekulargenetisch eine homozygote
Hyperexpansion einer GAA-Nukleotidfolge im ersten Intron des Frataxin-Gens
nachgewiesen werden. Normalpersonen zeigen 6-36 GAA-Tripletts, während
Patienten 200 und mehr Kopien aufweisen. Zudem konnten einige wenige
zusammengesetzt heterozygote Fälle identifiziert werden, welche eine
GAA-Triplettverlängerung auf einem Allel und eine Punktmutation des
Frataxin-Gens auf dem anderen Allel tragen.
Die
Expansion bewirkt eine Unterdrückung der Frataxin-Genexpression und somit
den Ausfall des entsprechenden Proteins. Neuere Forschungsergebnisse
belegen, dass es sich bei der Friedreich'schen Ataxie um eine mitochondriale Erkrankung handelt. |