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Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.staber-kollegen.de
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Taubheit, nicht
syndromisch, neurosensorisch
(DeaFNess Typ B1, DFNB1)
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GJB2-Gen / Connexin 26 (Genort: 13q11-q12; OMIM *121011)
GJB6-Gen / Connexin 30 (Genort: 13q12; OMIM *604418)
Erbgang: Autosomal rezessiv
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Eines
von 650 Kindern wird mit einem schwerwiegenden kongenitalen Gehörverlust geboren, etwa die Hälfte der Ursachen ist genetischen
Ursprungs. Die autosomal rezessive, nicht syndromische, neurosensorische Taubheit ist die häufigste Form von vererbter Taubheit im Kindesalter. Die
Erkrankung zeigt eine weitreichende genetische Heterogenität (ca. 100 Loci) und nur beschränkte klinische Differenzierungsmöglichkeiten. Im
Lokus DFNB1 (deafness neurosensory, autosomal recessive 1) auf Chromosom 13 konnten die beiden Gene GJB2
(gap junction beta-2) und GJB6 identifiziert werden. Mutationen in dem GJB2-Gen können bei bis zu 50%
der Patienten mit autosomal rezessiver, nicht syndromischer, neurosensorischer Taubheit nachgewiesen werden. GJB2 kodiert für das Protein
Connexin 26 aus der Connexin-Familie. Diese Transmembranproteine bilden
spezialisierte Strukturen auf Plasmamembranen (sog. ‚gap junctions‘). Aus
diesen Porenproteinen entsteht ein Netzwerk, durch das eine Interaktion und Kommunikation von Zellen im Zellverband ermöglicht wird (z. B. zur
Erhaltung der K+ Homeostase der Innenohrzellen von Säugern).
Die GJB2-Mutationsträger zeigen normale Intelligenz und einen unauffälligen Phänotyp ohne äußere
Ohrfehlbildungen. Die Schwere des Gehörschadens ist sehr variabel und kann selbst innerhalb einer Familie nicht
vorhergesagt werden.
Die häufigste, in verschiedenen Bevölkerungsgruppen (u. a. Kaukasiern)
vorkommende GJB2-Mutation (ca. 70% der Allele) betrifft die Deletion der Base G (Guanin) in Position 35 in einer Abfolge von 6 Guaninen
(35delG). Diese Mutation findet man auch als Neumutation. Weitere Mutationen
in der gesamten kodierenden Sequenz des GJB2-Gens sind beschrieben, die in homozygoter oder zusammengesetzt heterozygoter Form vorliegen
können. Bei Patienten mit nur einer GJB2-Mutation in heterozygoter Form zeigen 10 - 50% (in Abhängigkeit von ihrer ethnischen Herkunft) zusätzlich
eine Deletion des GJB6-Gens (digenische Vererbung). Selten wurde diese Deletion (del(GJB6- D13S1830)) auch in homozygoter Form beobachtet. |
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Untersuchungsmethode:
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Aus
einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert.
GJB2:
Das gesamte Exon 2 inklusive beidseitiger Exon-Intron-Grenzen wird mit
Hilfe der PCR-Reaktion amplifiziert und anschließend einer mehrstufigen
Sequenzelektrophorese unterzogen. Die erste Stufe betrifft die
Untersuchung auf das Vorliegen der 35delG-Mutation. Als nächstes wird das
gesamte Exon 2 durch Sequenzierung nach Mutationen untersucht. In einem
dritten Schritt erfolgt die Sequenzanalyse von Exon 1.
GJB6:
Mit einer Multiplex-PCR-Reaktion wird ein sog. „Junction-Fragment“
(im Falle einer Deletion) und gleichzeitig (im Falle einer heterozygoten
Deletion oder eines Normalbefundes) ein Teilbereich des normalen Connexin
30-Gens amplifiziert. Die Auswertung erfolgt über eine
Agarosegelelektrophorese.
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Untersuchungsdauer:
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ca.
2-3 Wochen |
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Literaturhinweise |
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Snoeckx et al., Am J Hum Genet, 77:945-957, 2005
Roux et al., BMC Medical Genetics, 5, 2004 (http://www.biomedcentral.com/1471-2350/5/5)
Del Castillo et al., Am J Hum Genet, 73: 1452-8, 2003
Denoyelle et al., Hum Mol Genet, 6:2173-2177, 1997
Kelsell et al., Nature 387:80-83, 1997 |
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