Die
Chorea Huntington ist eine neurodegenerative Erkrankung mit autosomal
dominantem Erbgang. Die Inzidenz beträgt 4-7:100.000. Chorea Huntington
wird charakterisiert durch einen progressiven Krankheitsverlauf mit
Hyperkinesien, die sich später zu choreatiformen Bewegungsstörungen
entwickeln können. Hinzu kommen Persönlichkeitsveränderungen bis hin
zur Demenz.
Neuropathologisch
beobachtet man eine Degeneration von Neuronen, die präferentiell im
Corpus striatum und im Cortex auftritt.
Das
für die Erkrankung verantwortliche Huntingtin-Gen liegt
auf Chromosom 4p16.3. Es beinhaltet bei Normalpersonen 10-34 aufeinander
folgende CAG-Nukleotide im kodierenden Bereich, die im Huntingtin-Protein
als Glutaminreste erscheinen. Bei Patienten mit klinischen Symptomen der
Chorea Huntington findet man in nahezu 100% der Fälle eine pathologische
Verlängerung dieser Nukleotidfolge auf 36-121 CAG-Tripletts.
Nukleotidverlängerungen
von 36-39 Tripletts werden als ‘Intermediärallele’ bezeichnet, da es
Personen aus Chorea Huntington-Familien gibt, die mit dieser Triplettzahl
bis ins hohe Alter keine Symptome der Erkrankung zeigen, während andere
mit dieser Triplettzahl erkrankt sind. Dies ist wahrscheinlich auf eine
reduzierte Penetranz der ‘Intermediärallele’ zurückzuführen.
Überwiegend
liegt das Manifestationsalter zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Je größer
die Anzahl der Glutamine, desto stärker wird die Ausprägung des
Krankheitsbildes und/oder desto früher beginnt die Erkrankung, z.B.
findet man bei erkrankten Kindern mehr als 70 Tripletts. In der Regel kann
jedoch keine Aussage über das voraussichtliche Erkrankungsalter getroffen
werden.
Eine
prädiktive molekulargenetische Diagnostik sollte im Rahmen der IHA-
(International Huntington’s Association) und der WFN- (World Federation
of Neurology) Richtlinien erfolgen. Diese lauten:
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