|

|
|

|
|

|
|

|
|

|
|
|
|
|
|
Kompetenzzentrum
für
Humangenetik,
Gynäkologie und
Laboratoriumsmedizin
Bahnhofstraße
13
(VICTORIA-Haus)
93047 Regensburg
Tel: 0941-53710
FAX: 0941-53708
E-Mail:
www.Labor-Staber.de
|
| |
|
|
|
Adrenogenitales Syndrom (AGS, 21-Hydroylase-Defizienz)
|
|
CYP21-Gen (21-Hydroxylase-Gen;
Genort: 6p21.3; OMIM 201910)
Erbgang Autosomal-rezessiv
|
| |
Das Krankheitsbild des Adrenogenitalen Syndroms (AGS) wird in etwa 90% aller Fälle durch Mutationen in dem CYP-21-Gen verursacht, die zu einem
Verlust der 21-Hydroxylase-Enzymaktivität führen. Als katalytisches En-
zym wird 21-Hydroxylase in der Cortisol-Biosynthese benötigt. In seltenen
Fällen werden auch Mutationen in anderen Genen z. B. 11-Hydroxylase, StAR-Gen oder 3β-Hydroxysteroiddehydrogenase nachgewiesen.
Die AGS-Symptomatik wird durch einen Mangel an Cortisol und Aldosteron und durch die vermehrte Synthese von Androgen ausgelöst.
Bei dem AGS werden zwei Verlaufsformen unterschieden: das klassische AGS mit und ohne Salzverlust und die mildere Form des „late onset“
AGS.
Bei dem klassischen AGS führt ein Androgenüberschuss bereits pränatal bei weiblichen Feten zu einer Virilisierung der äußeren Genitalien. Dies
kann durch frühzeitige Gabe von Dexamethason zu Beginn der Schwan-
gerschaft verhindert werden, wenn bereits vor einer Schwangerschaft bekannt ist, dass beide Eltern
Anlagenträger sind. Zeigt die Pränataldiagnostik, dass es sich um einen männlichen Feten oder einen gesunden weiblichen
Feten handelt, kann die Dexamethason-Behandlung beendet werden. Postnatal kann es in den ersten Lebenswochen zu einem
lebensbedrohlichen Salzverlust kommen, bei dem im Blut ein Überschuss an Kalium
und eine Übersäuerung nachweisbar ist. Eine Hormonkonzentrationsbestimmung im Blut zeigt in diesen Fällen wenige Tage nach Geburt stark
erhöhte Werte für 17-Hydroxy-Progesteron. Ohne Behandlung kommt es
in den ersten Lebensjahren zu einem verstärkten Größenwachstum. Die Körpergröße im Erwachsenenalter liegt jedoch durch einen vorzeitigen
Verschluss der Epiphysenfugen unterhalb der Norm. Sowohl männliche als auch weibliche Patienten zeigen bereits im Kindesalter eine scheinbar
vorzeitige Pubertätsentwicklung (Pseudopubertas pracox) und haben eine reduzierte Fertilität. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung ist die Symptomatik
eines AGS jedoch durch eine lebenslange Hormon-Substitutionstherapie
gut behandelbar.
Die „late onset“ Form eines AGS zeichnet sich durch einen wesentlich milderen Verlauf aus und wird häufig erst im Erwachsenenalter durch
Fertilitätsstörungen wahrgenommen. Bei etwa 30% Patientinnen mit late onset
AGS lässt sich eine Cyp21-Genmutation in nur einem Allel (heterozygot) nachweisen. Welche zusätzlichen Faktoren hierbei eine Rolle spielen ist
derzeit nicht bekannt. |
|
|
Untersuchungsmethode:
|
|
Aus
einer Blutprobe (ca. 2 ml EDTA-Blut) wird die genomische DNA isoliert. Aus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert. Es erfolgt eine Mutationssuche durch vollständige
Sequenzierung der kodierenden Bereiche (10 Exons) des CYP21-Gens inklusive
der Promotorregion und aller Exon/Intron Grenzen und eine Untersuchung auf
Deletionen mittels MLPA (Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification).
|
|
|
Untersuchungsdauer:
|
|
|
Ca. 4-6 Wochen, bei bekannten Mutationen in der Familie 1-2 Wochen |
|
|
Literaturhinweise |
|
|
Nimkarn and New, in GeneReviews (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1171/)
Höppner, Med Genet 16:292-298, 2004
Forest et al., Endocr Res 15:277-301, 1989 |
|